Der Cherax lorentzi ist eine kleinbleibende Cherax-Art, die (soweit ich informiert bin) bei uns noch nicht so weit verbreitet ist wie z.B. sp. Irian Jaya oder sp. zebra.
Die Tiere sehen auf den ersten Blick Cherax Quadricarinatus sehr ähnlich. Haben aber einen massiveren Körperbau und die Musterung ist im Gegensatz zum "Quadri" eher marmoriert als gefleckt.
Die Scheren sind tief dunkel grünblau und können auch ein sattes blau wie auch grün annehmen. Der Körper ist auf dem Untergrund eher braun und die Musterung ist braun-grünlich über grün bis blau. Der Cephalothorax ist eher grün. Die Scherengelenke größerer Tiere nehmen bei mir ein sattes orange an. Ab ca. 9cm werden die Scheren der Männchen schön kräftig.
Vom Rostrum bis zum Schwanzende verläuft ein schwarzes Band (siehe letztes Foto auf wirbellose.de).
Lateinischer Name: Cherax lorentzi
Deutscher Name: bisher keiner
Größe:
Wohl max. 10-12cm. Meine Tiere(2m/1w) sind jetzt alle 9cm, das älteste Tier hat sich am 22.Januar gehäutet und läßt sich noch Zeit für die nächste Häutung..
Alterserwartung: ca. 5 Jahre
Geschlechtsunterscheidung:
Wie bei allen Cherax, siehe
hier im Forum.
Die Männchen haben schon ziemlich früh leuchtend rote Blasen an den Scherenaußenseiten. Die Scheren der Weibchen sind für Cherax sehr schmal.
Wasserwerte:
Die Art kommt wohl auch aus Irian Jaya und muss dort weit verbreitet sein. Daraus läßt sich eine hohe Temperaturtoleranz zwischen 18-28°C schließen.
Die übrigen Parameter spielen eine untergeordnete Rolle.
Beckengröße:
ab 80cm Kantenlänge
Beckeneinrichtung:
Abwechslungsreich mit ausreichend Versteckmöglichkeiten.
Futter:
Erbsen,Paprika, Mückenlarven, Futtertabletten, Muschelfleisch, Gurke, Laub etc.
Nach fleischlicher Fütterung konnte ich z.T. einen Heißhunger auf Laub feststellen.
Vergesellschaftung und Verhalten:
Sehr friedlich. Vergesellschaftung mit Friedfischen (Panzerwelsen, L144, Guppies) problemlos.
Auch verlorene Scheren konnte ich bei meinen 2 Männchen noch nicht beobachten (Becken 120x40x50cm), das alte Männchen bekam ich schon einscherig.
Sie sind jedoch scheu, was sich bei mir in Grenzen hält. zuminest mein jüngeres Männchen kommt zur Fütterung, sobald das Licht ausgeht kommen die anderen auch raus.
Vermehrung:
Einfach, wenn man ein harmonisierendes Pärchen hat. Viel Sauerstoff! Die Männchen benötigen offenbar ihre Scheren nicht zur Paarung. Das damals noch einscherige Männchen hat mit dem 7,5 cm großen Weibchen schon für Nachwuchs gesorgt.
Die Tiere verbringen dabei viel Zeit zusammen in einer Höhle. Sobald das Weibchen dann Eier trägt, wirft sie das Männchen raus.
Tragezeit dann 6 Wochen bei 25°C. Die Larven werden noch weitere 2 Wochen betreut.
Bedingt durch die lange Tragezeit und evtl. anschließende Häutung des Weibchens ist 3-4x jährlich Nachwuchs wohl das Maximum.
Die Zucht ist nicht sehr ergiebig. Ich zählte bisher beim 1.Wurf ca. 14 Jungtiere, das Weibchen trug ca. 30-40 Eier.
Anmerkungen:
Mittlerweile trägt das Weibchen zum 2.Mal Eier, die Jungtiere vom 1. Wurf sind zwischen 2-3cm groß und werden in einem handelsüblichen 60cm Komplett-set AQ aufgezogen.
Fotos von den Tieren (auch von mir) seht ihr hier:
http://www.wirbellose.de/arten.cgi?action=show&artNo=298
bzw. in meinem Avatar.
Fazit:
Für mich zählen diese Krebse neben Cherax Irian Jaya und sp. tiger mit zu den schönsten.
Als ich das letzte mal mit Chris gesprochen habe, wurden diese Tiere leider nicht mehr importiert. Daher ist es umso wichtiger die Tiere durch private Nachzuchten zu verbreiten.
Bild: frisch gehäutetes Jungtier, 2cm groß