Hallo Forum,
hier eine kleine Zusammenfassung über Procambarus Alleni. Aufgrund der fehlenden HTML Möglichkeit, habe ich den Text von meiner Homepage einfach nur reinkopiert und die Bilder weg gelassen. Wenn man den Beitrag in Farbe und mit Bildern lesen möchte, kann man auf
http://www.hessenpower.net/hessenpower/p…arus_alleni.htm , den Bericht noch mal in Webseiten-Stil anschauen.
Für Kommentare, Kritik und Verbesserungen bin ich offen.
Procambarus Alleni - Der Floridakrebs
Seit nun mehr einem Jahr halte ich ein Paar Procambarus Alleni in der blauen Farbvariante in einem 112l Gesellschaftsaquarium, welches aber absolut auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt ist. Die nominalform der Tiere ist braun. Aus den Züchtungen ergab sich bald aber eine blaue Farbform, welche sich äußerster Beliebtheit erfreut. Mit den Krebsen leben dort noch einige Korallenplaties und eine Gruppe July Panzerwelse. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit arrangierten sich die Tiere miteinander und leben seitdem friedlich ohne Verluste beisammen. Das Aquarium misst eine Länge von 80x35x40 (Länge x Breite x Höhe) und hat als Bodengrund Quarzsand. Den Krebsen scheint dieser Umstand nicht negativ aufzufallen. Ich beobachte sie öfters, wie sie ihre Höhlen umgestalten, indem sie sich tiefe Kuhlen ausheben, nach Art eines Baggers. Generell sollte man Kies aber dem Vorzug geben.
Wie jedem anderen Krebs, müssen auch dem P. Alleni viele Versteckmöglichkeiten angeboten werden. Dies können halbierte oder ganze Blumentöpfe sein, Tonröhren, Steine jeder Art, halbierte Kokusnussschalen und Schieferplatten. Je kleiner das Aquarium ist, desto mehr Verstecke sollten vorhanden sein. Bei einer Gesamtlänge von 80cm, sollte man jedem Tier mindestens 3-4 Verstecke angeboten werden. Ansonsten läuft man Gefahr, dass sich die Krebse nach einer Häutung gegenseitig verstümmeln. Eine Haltung von mehreren P. Alleni Männchen im selben Aquarium ist möglich. Die Temperatur sollte im Aquarium nicht zu stark absinken. Sehr kalte Temperaturen ( 17° Grad und niedriger) können durchaus hingenommen werden. Ich halte mein Paar bei einer durchschnittlichen Temperatur von 23-24° Grad.
P. Alleni stellt keine großen Bedingungen an die Wasserqualität. In aller Regel kann man die Tiere somit in normalen, unaufbereiteten Leitungswasser halten, sofern dieses nicht negativ belastet ist. Besonders empfindlich reagieren die Krebse dabei auf Kupfer und Chlor im Wasser. Etwas Kalk im Wasser ist hingegen förderlich, da die Tiere beim wachsen diesen für die Bildung ihres Außenpanzers benötigen. Der PH-Wert sollte weder zu sauer noch zu alkalisch sein. Bei mir pendelt sich dieser bei ca. 7,0 - 7,5 ein. P. Alleni liebt sauerstoffreiches Wasser. Dies erreicht man am besten mit einer Durchlüftungspumpe samt Ausströmstein oder einem Luftheber. Sauerstoffreiches Wasser unterstützt den Hätungsvorgang nicht nur, sondern ist ein wichtiger Faktor um Häutungsprobleme effektiv entgegen zu wirken.
Wasserwechsel sollten regelmäßig vorgenommen werden. Auch diese fördern und unterstützen die Häutungen der Krebse. Eine Absenkung der Temperatur über Nacht, oder auch über den Sommer-Winter-Wechsel, wird von den Tieren gerne gesehen. Eine Ausgeglichene Fütterung ist das A und O für die gesunde Haltung der Krebse. Dabei kann man der Fantasie fast freien Lauf lassen. Krebse sind Allesfresser und in Bächen, Flüssen und Seen nicht umsonst eine Art Aufräumtruppe. Tierisches Eiweiss in Form von Mückenlarven, Fisch oder beispielsweise Garnlen/Krabben, wird zwar äußert gern und begierig angenommen, sollte aber mit Vorsicht verfüttert werden. Es kursieren im Wirbellosenkreisen Statements, dass dies die Aggressivität der Tiere stärken würde. Vorwiegend sollte man daher verschiedene Futtertabs, Erbsen Mohrrüben und anderes Gemüse verfüttern und nur gelegentlich auf tierisches Eiweiss zurückgreifen.
Besonders wichtig erachte ich die Zufütterung von Buchen oder Eichenlaub. Oder wer Bezugsquellen hat, Mandelseebaumblätter. Die Blätter besitzen funguzide Wirkung und werden sowohl im braunen (verrotteten Zustand) als auch noch im getrockneten grünen Zustand gerne von den Krebsen gefressen. Falllaub ist ein Teil des natürlichen Nahrungsspektrums und offensichtlich unterstützen und begünstigen die Blätter durch die pflanzlichen Stoffe (Cellulose-fasern, Tannine usw.) die Verdauung. Einige Farbpigmente werden aus dem Laub direkt übernommen oder von den Krebsen synthetisiert. Die Zugabe sollte man jedoch nicht übertreiben, da die Blätter Stoffe freisetzen, die die Wasserwerte beeinflussen. Auch das verfüttern von Nixkraut, Hornkraut, Wasserpest oder Cocombas ist möglich und überaus gerne gesehen. Ansiedeln kann man diese Arten in der Regel nicht, da diese, vor allem wenn die Tiere noch in der Wachstumsphase sind, sehr schnell und mit Vorliebe verspeist werden. Vallisnerien werden bei mir im Gegensatz zu den eben genannten Wasserpflanzen nur selten bis gar nicht angefressen. Durch ihre starken Wurzeln sind diese auch relativ sicher vor den Umgrabungsaktionen der Krebse. Wer also nicht auf etwas Grünes im Aquarium verzichten will, der soll sich vor allem an Vallisnerien halten. Aber auch Javafarn soll selten angerührt werden, doch sollte man dies lieber im Einzelnen austesten, bevor man teure Anschaffungen macht, die keine 2 Wochen später komplett kahlgefressen werden. Krebse nehmen wenig Rücksicht auf Bepflanzung, daher gilt als Regel auf starke und Fleischige Pflanzen zu setzen, mit ebenso starken Wurzeln. Die Erfahrungen gehen hierbei weit auseinander, denn jeder Krebs hat seinen Geschmack, man kann dies nicht verallgemeinern. Füttern kann und sollte man die Krebse ruhig 2x täglich und wie erwähnt gerne abwechslungsreich. Eine komplette Futterliste findet sich als separater Link unter 'Wirbellose'.
Häutung
Da Krebse wie Procambarus Alleni ihr Skelett als "Panzer" außen tragen und dieser nicht mitwächst, ist es von Nöten, dass der Krebs regelmäßig seine alte Haut abstreift. Dies geschieht in der Jugend, also der Wachstumsphase öfters, im ausgewachsenen Zustand hingegen nur noch viertel- bis halbjährig. Meine Jungkrebse haben sich in den ersten 3 Wochen mindestens 4-5 mal gehäutet. Nach jeder Häutung konnte man deutlich einen Wachstumsschub erkennen, der bei manchen Häutungen so stark ausfiel, dass fast eine doppelte Größe erreicht wurde. Gerade auch die Häutung zur Geschlechtsreife hin bringt deutliche Unterschiede hervor. Die Krebse bekommen kleine Dornen und sehr kräftige und lange Scheren. Nicht selten staunte ich über die Größenunterschiede von einem Tag auf den anderen. Kurze Zeit vor der Häutung stellt der Krebs sein Verhalten um. Er sucht sich gerne eine Höhle, versteckt sich oder lebt zurückgezogener und reagiert ängstlich auf äußere Einwirkungen und Bewegungen um ihn herum. Die Nahrungseinnahme wird eingestellt, da Mundwerkzeuge, Kaumagen und Vorderdarm in den späten 'Vor-Häutungsphasen' nicht mehr funktional sind. Nach einigen Stunden oder Tagen bricht am Ende der oberen Brustplatte der Panzer auf. Dieser "Riss" vergrößert sich allmählich und läutet dann die eigentliche Häutung ein. Unter Krümmung des Körpers zwängt sich der Krebs aus dem alten Panzer. In aller Regel gelingt dem Krebs dies ohne Probleme und ohne Gliedmaßenverlust. Übersteht der Krebs die anstrengende Prozedur, muss er den neuen Panzer, der noch weich ist, Aushärten lassen. In dieser Phase werden Krebse aufgrund ihres weichen Außenpanzers auch 'Butterkrebse' genannt. Fast schutzlos wegen des weichen Panzers, ist der 'Butterkrebs' leicht verletzbar und kann anderen Artgenossen zum Opfer fallen. Auch größere Fische wie Barsche werden den Krebs in dieser Zeit fressen können und tun. Die Aushärtung des neuen Panzers dauert bis zu 10 Tage. Die alte Haut wird übrigens gerne vom Krebs selbst, oder von Artgenossen verspeist. Da die Haut Kalk enthält, werden sie von Krebsen gerne als Futter wiederverwertet und sollte daher in der Regel im Aquarium gelassen werden. Häutungsprobleme, die immer wieder auch unter den günstigsten Bedingungen auftreten können, werden unter anderem durch zuwenig gelösten Sauerstoff begünstigt.
Kurzinfos
Aquarium:
Das Aquarium sollte zumindest eine Kantenlänge von 80cm haben für zwei Tiere, besser wäre meiner Meinung nach 100 cm. Zu diesem Schluss komme ich, da ich bei meinen zwei im fortgeschrittenen Alter mehrmalig gröbere Probleme hatten, bei denen Glieder verloren gingen. Eine direkte Beleuchtung ist bei dieser Art nicht zwingend nötig, sofern der Standort gut im Licht steht. Eine Abdeckung sollte zur Vorbeugung von "Ausbruchsversuchen" vorhanden sein.
Nahrung:
Der Procambarus Alleni ergänzt seinen Speisezettel scheinbar durch das Fressen von bestimmten Pflanzenarten im Aquarium selbst, also sollte man, wenn es möglich ist, ihm diese Möglichkeit auch bieten. Dies kann über die Zugabe von gern gesehenen Pflanzen geschehen, oder eben durch verfüttern von Erbsen, Karotten, Blumenkohl u. a. Gemüse. Die Krebse brauchen diese Nahrung zwingend. Siehe dazu auch unter Futterliste.
Lebensraum Aquarium:
Leitungswasser wird i.d.R. unkompliziert ohne Zugabe von Osmosewasser angenommen. Verstecke müssen zwingend vorhanden sein. Bepflanzung fällt mehr oder minder individuell nach Krebs aus. Im jungen Alter werden durch den erhöhten Nährstoffverbrauch mehr Pflanzen zum Opfer fallen, als es im adulten Zustand der Fall ist. Der Bodengrund ist im idealsten Fall Kies.
Vergesellschaftung:
Vergesellschaften konnte ich meine beiden Procambarus Allenis mit Platys Guppys und Corydoras Welsen. Direkte Ausfälle an Fischen konnte ich nicht beobachten, jedoch das Fressen von bereits toten Tieren. Es ist nicht auszuschließen, dass die Krebse sich einen kranken Fisch schnappen und verspeisen, vermutlich war der Fisch aber bereits tot als er von den Krebsen dann gefunden und als Aas gefressen wurde. Das die Krebse gezielt jagt auf Fische machen, kann ich zu einem hohen Prozentanteil ausschließen. P. Alleni ist nach meiner Beobachtung nicht schnell genug um gesunde Fische zu fangen. Viele Quellen raten jedoch ab, die Krebse mit Salmlern (Beispielsweise Neons) zu vergesellschaften, was den Schluß zulässt, dass sie zumindest die Gunst der Nacht für ihre Zwecke nutzen. Ob dies nun als Jagd angesehen werden kann und ob Strategie dahinter steckt darf bezweifelt werden.
Die Fakten aufgezählt:
Wissenschaftlicher Name: Procambarus Alleni (spec. blue)
Deutscher Name: Blauer Floridakrebs, Blauer Lobster, Floridahummer
Herkunft:Florida, Süd USA, Nordamerika
Größe: 10 cm (Weibchen), 8 cm (Männchen)
Alterserwartung: Um die 2 Jahre
Wassertemperatur: ca. 17°-26° Grad
Beckengröße: 80cm Länge, bei vielen Versteckmöglichkeiten
Sonstiges: PH-Wert bis zu 8, Härte wird bis 25°dHG vertragen
Vergesellschaftsmögl.: Lebendgebärende, Ancistrus- und Corydoras Arten sind möglich
Vermehrung: Mehrmals pro Jahr. Gelegegröße bis zu 200 Eier, meißt weniger
Querverweise
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http://www.aquarienfreunde-mannheim.de/Floridalobster.htm
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http://members.aon.at/crayfish-hatchery/allenart.html
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http://home.nikocity.de/Volquartz/aqua3.htm
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http://www.ronnyshomepage.de/krebs_5.html
»
http://www.bluecrayfish.com/
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http://users.swing.be/sw018249/alleni_uk.htm
»
http://www.crayfishworld.com/breeding.htm
»
http://www.crayfishworld.com/moulting.htm
»
http://www.aquarium-bbs.de/crustace/krebse/fluskreb.htm