Pseudosesarma moeshi - Die Rote Mangrovenkrabbe
Die ersten Wirbellosen die ich hielt, waren drei so genannte "Rote Mangrovenkrabben", die mit dem lateinischen Namen Pseudosesarma moeshi getauft wurden. Bestellt habe ich die Tiere einst in einem größeren Aquaristikfachhandel, der nicht nur Zubehör führte, sondern eben auch eine damals kleinere Auswahl an Wirbellosen. Natürlich informierte ich mich vorab über die Hälterungsbedingungen der Tiere und stimmte mein Aquarium (damals noch 60 cm) auf die drei Neuankömmlinge ab. Heute weiss ich natürlich besser, dass 60 cm Aquariumlänge zu wenig waren und unterschätzte auch allerlei andere Dinge in diesem und ähnlichen Zusammenhang. Letztlich kann man auf den folgenden Zeilen ein klein wenig Einblick über die Art gewinnen und sich anhand meinen Fehlern auch besser informieren.
Im Sinne der Tiere sollte man bedenken, dass diese Krabben zwar im adulten Alter im Süßwasser leben, aber im Meerwasser aufgewachsen sind. Durch diese Tatsache (u. weitere) ist eine finanziell lohnenswerte Nachzucht kaum bzw. nur bedingt für den Handel möglich. In der Regel sind daher alle im Handel erhältlichen Mangrovenkrabben leider Wildfänge. Mangrovenkrabben sind angewiesen auf ein Plaudarium (Aquaterrarium). Also einem Becken, welches sowohl einen großen Landteil besitzt, wie auch einen ebenso großen Wasserteil. Das Wasser sollte hierbei Süßwasser sein, ein wenig Salzzugabe wird aber gern gesehen. Die Aquariumgröße sollte meiner Meinung nach daher für 3 Krebse (Mindestanzahl) mindestens 1 Meter Länge betragen. Mehrere Männchen im selben Aquarium zu halten ist im Regelfall möglich, könnte aber zu Problemen und Revierkämpfen führen. Verlorene Gliedmaßen könnten die Folge sein.
Die Einrichtung
Die Einrichtung des Aquariums ist wohl die wichtigste Vorbereitung. Der Lebensraum sollte nicht nur auf die Bedürfnisse der Mangrovenkrabben abgestimmt sein, sondern muss auch leicht zu reinigen sein, ohne dass man die Tiere jede Woche zu sehr stört. Vor allem aus dem Grunde, weil Mangrovenkrabben sehr viel koten, muss man auf die Sauberkeit besonders achten. Bakterien, die das Gleichgewicht im Aquarium halten und das Wasser nicht zur Giftfalle werden lassen, dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Daher gilt auch im Plaudarium die Regel, dass das Gleichgewicht erhalten bleiben muss. Je mehr Einflussfaktoren dieses Gleichgewicht stört, desto schwieriger wird es, die Art erfolgreich über eine längere Zeitspanne zu halten.
Als optimale Größe stelle ich mir für 3 Mangrovenkrabben ein Aquarium vor, mit den Maßen 100x35x40. (LängexBreitexHöhe). Der Bodengrund sollte feinkörnig sein. Am besten halte ich hierfür abgerundeten Kies in einer dunkleren Farbe. Theoretisch ist aber auch durchaus Quarzsand möglich, der wiederum wohl schwerer zu reinigen sein wird. Tonhöhlen -röhren, halbierte Blumentöpfe oder andere Versteckmöglichkeiten müssen reichlich vorhanden sein. Auch Mangrovenkrabben müssen ihren Außenpanzer abstreifen um zu wachsen. Hierfür brauchen sie vor allem auch unter Wasser Versteckmöglichkeiten. Pro Tier sind 2-3 dieser Versteckmöglichkeiten Standard. Auch Mangrovenwurzeln, die auch als Verbindungsstück zwischen Land- und Wasserteil dienen können, sind Pflicht.
Pflanzen, für den Sauerstoffhaushalt können durchaus eingebracht werden, man sollte aber auch hier auf robuste und fleischige Pflanzen zurückgreifen. Diese werden kaum von den Krabben angerührt.
Bei der Gestaltung des Wasserteils sollte man vor allem bedenken, dass die Tiere zwar nicht zwingend viel Wasser benötigen (15cm Höhe würde sicherlich ausreichen), aber es für das Gleichgewicht des Aquariums sicherlich ungemein förderlich ist, wenn mehr statt zu wenig vorhanden ist. Eine Wasserhöhe von 20-25cm ist sicherlich angemessen und würde ein Volumen von ca. 70-90 Liter bedeuten.
Bei der Gestaltung des Landteils kann man seine kreativen Züge voll ausleben lassen. Bedenken sollte man nur, dass der Landteil groß ausfallen sollte und von mehreren Stellen aus dem Wasser aus zugänglich gemacht werden muss. Der Bodengrund kann unterschiedlich ausfallen. Von Erde bis Sand und Kies ist alles möglich, man sollte nur darauf achten, dass der Bodengrund bei der Feuchtigkeit nicht so schnell fault. Bei der Bestückung von Erde sollte man sich immer bewusst sein, dass Erde unter dieser Feuchtigkeit generell schnell fault. Da Mangrovenkrabben überaus gerne graben, sollte auf dem Landteil der Bodengrund reichlich vorhanden sein.
Häutung
Da Krabben wie Krebse ihr Skelett als "Panzer" außen tragen und dieser nicht mitwächst, ist es von Nöten, dass die Krabbe regelmäßig ihre alte Haut abstreift. Dies geschieht in der Jugend, also der Wachstumsphase, öfters, im ausgewachsenen Zustand hingegen nur noch viertel- bis halbjährig. Kurze Zeit vor der Häutung stellt die Krabbe ihr Verhalten um. Sie sucht sich gerne eine Höhle, versteckt sich oder lebt zurückgezogener und reagiert ängstlich auf äußere Einwirkungen und Bewegungen um sie herum. Die Nahrungseinnahme wird eingestellt, da Mundwerkzeuge, Kaumagen und Vorderdarm in den späten 'Vor-Häutungsphasen' nicht mehr funktional sind. Nach einigen Stunden oder Tagen bricht am Ende der oberen Brustplatte der Panzer auf. Dieser "Riss" vergrößert sich allmählich und läutet dann die eigentliche Häutung ein. Unter Krümmung des Körpers zwängt sich die Krabbe aus dem alten Panzer. In aller Regel gelingt der Krabbe dies ohne Probleme und ohne Gliedmaßenverlust. Übersteht der Krabbe schließlich die anstrengende Prozedur, muss sie den neuen Panzer, der noch weich ist, Aushärten lassen. In dieser Phase ist die Krabbe leicht verletzbar und kann anderen Artgenossen zum Opfer fallen. Auch größere Fische wie Barsche werden die in dieser Zeit fressen können und tun. Die Aushärtung des neuen Panzers dauert bis zu 10 Tage. Die alte Haut wird übrigens gerne von der Krabbe selbst, oder von Artgenossen verspeist. Da die Haut Kalk enthält, werden sie von Krabben gerne als Futter wiederverwertet und sollte daher in der Regel im Aquarium gelassen werden. Häutungsprobleme, die immer wieder auch unter den günstigsten Bedingungen auftreten können, werden unter anderem durch zuwenig gelösten Sauerstoff begünstigt.
Kurzinfos
Aquarium:
Das Aquarium sollte zumindest eine Kantenlänge von 80cm haben für drei Tiere, besser wäre meiner Meinung nach 100 cm. Ein ausreichend großer Landteil muss vorhanden sein. Viele Verstecke unter Wasser und auf dem Landteil müssen angeboten werden. Der Bundengrund im Wasser sollte aus abgerundetem Kies bestehen, auf dem Landteil kann er variieren zwischen Erde, Kies und Sand. Pflanzen sollten reichlich und viel vorhanden sein.
Nahrung:
Pseudosesarma moeshi ist Allesfresser. Natürlich sollte man ihnen dennoch natürliche Nahrung anbieten und wenn möglich ein oft wechselndes Nahrungsangebot. Neben Pflanzlicher Kost wie Spinat, Gurke, Kartoffeln, Tomaten und Möhren kann man auch Früchte wie Äpfel und Birnen anbieten. Aber auch normale Futtertabletten und Flockenfutter fressen Krabben mitunter gerne. Tierisches Eiweiss kann man in Form von etwas roten Mückenlarven anbieten. Besonders gern genommen wurde bei mir aber auch Muschelfleisch oder Schnecken. Das Futter sollte am Land und unter Wasser angeboten werden. Wurzeln wie Mangrovenwurzeln sind besonders wichtig, da die Krabben diese gerne abgrasen.
Lebensraum Aquarium:
Leitungswasser wird i.d.R. unkompliziert ohne Zugabe von Osmosewasser angenommen. Verstecke müssen zwingend vorhanden sein. Bepflanzung fällt mehr oder minder individuell aus. Feinfiedrige Pflanzen werden eher gegessen. Wasserwechsel sollten jede Woche oder alle 10 Tage erfolgen. Die Temperatur sollte bei 24° Grad liegen. Der Landteil muss sauber gehalten werden, ebenso muss eine gute Wasserumwälzung herrschen. Eine Durchlüftungspumpe sorgt für ausreichend viel Sauerstoff.
Vergesellschaftung:
Vergesellschaften konnte ich meine beiden Mangrovenkrabben mit Platys Guppys und Corydoras Welsen. Direkte Ausfälle an Fischen konnte ich nicht beobachten, jedoch das Fressen von bereits toten Tieren. Es ist nicht auszuschließen, dass die Krabben sich einen kranken Fisch schnappen und verspeisen, vermutlich war der Fisch aber bereits tot als er von den Krabben dann gefunden und als Aas gefressen wurde. Mangrovenkrabben sind vermutlich zu langsam um die meisten Fische aktiv nachstellen zu können. Andere Wirbellose, wie Krallenfrösche werden aber durchaus auch als Beute angesehen und können den Krabben zum Opfer fallen.
Die Fakten aufgezählt:
Wissenschaftlicher Name:
Deutscher Name:
Herkunft:
Größe:
Alterserwartung:
Wassertemperatur:
Beckengröße:
Sonstiges:
Vergesellschaftsmögl.:
Vermehrung:
Pseudosesarma moeshi
Rote Mangrovenkrabbe, Mangrovenkrabbe
Asien, in und um Indien herum
5 cm (Weibchen), 3-4 cm (Männchen)
-
um die 24° Grad
80cm Länge, bei vielen Versteckmöglichkeiten
PH-Wert bis zu 8, Härte wird bis 25°dHG vertragen. Gruppentiere
Lebendgebärende, Ancistrus- und Corydoras Arten sind möglich
Schwierig. Bitte Links beachten
Querverweise
»
http://www.insel.heim.at/malediven/
»
http://www.wirbellose.de/
»
http://www.mangrovecrabs.com/
»
http://mitglied.lycos.de/aquapage2002/KrabbenAquarium.htm