Macrobrachium lanchesteri / Die Glasgarnele
Die Glasgarnele ist unter den Großarmgarnelen die wohl am meisten im Handel angebotene Art; Ob das daran liegt, das sie in Asien oft als Speisegarnele gezüchtet wird, das sie in großer Zahl im Süßwasser zu vermehren ist, oder einfach nur daran, das sie als eine der kleineren Arten nicht ganz so großen Schaden anrichtet wie viele ihrer Verwandten kann ich nicht einschätzen. Allerdings kann ich berichten, das die Glasgarnelen eine interessante, kurzweilig zu beobachtende und im Gesellschafts- wie auch Artaquarium Bereicherung für die Aquaristik ist, natürlich unter Berücksichtigung einiger Eigenheiten. Ihr natürliches Vorkommen erstreckt sich über fast ganz Süd-Ost Asien, wo sie hauptsächlich in Reisfeldern, Gräben, Baggerseen und langsam fließenden Gewässern vorkommt.
Lateinischer Name: Macrobrachium lanchesteri
Deutscher Name: Glasgarnele
Englischer Name: Glasshrimp (US), Indian Whisker Shrimp (UK), Riceland Shrimp (Int.)
Größe: 6,5 bis 7 cm (selten bis 8 cm)
Geschlechtsunterscheidung:
Der offensichtlichste Unterschied sind wohl die im Vergleich zum Weibchen stark vergrößerten ersten Scherenarme des Männchens, das Weibchen wirkt im ganzen etwas gedrungener.
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Wasserwerte:
In der Natur wird die Glasgarnele in Habitaten mit Temperaturen von 25,5°C bis 36°C angetroffen, wobei 28°C sich bei mir zur Zucht bewährt hat und die Haltung auch in Temperaturen deutlich darunter möglich ist (>22°C). In freier Natur kommt die Glasgarnele meist in Gewässern mit einem pH Wert von 6 bis 7 vor, bei pH Werten unter 4,9 werden keine Tiere mehr gefunden, als Obergrenze ist wohl 7,6 anzusehen, allerdings werden kurzzeitig auch höhere pH Werte vertragen.
Beckengröße:
Hier gilt sicher, wie immer in der Aquaristik, je größer desto besser. Als Minimum für eine kleine Gruppe von 5 bis 8 Tieren ist ein 80cm Becken anzusehen, wobei sich hier sicher nur ein Männchen voll entwickeln wird. Bei mir gab es selbst in 400L nur ein voll entwickeltes Männchen. Zur Zucht kann man ein Paar schon in einem 60er Becken ansetzen.
Beckeneinrichtung:
Die Becken für Macrobrachien sollten generell gut strukturiert sein, für die M. lanchesteri sollte man zusätzlich noch in die Höhe bauen, mit verzweigten Wurzeln, oder kräftigen in die Höhe wachsenden Pflanzen, auf bzw. in diesen sich die Garnelen gerne aufhalten.
Futter:
Die Glasgarnele ist vor allem eine fleischfressende Art, obgleich sie auch Algenaufwuchs abweidet. Wenn nicht ausreichend Futter zur Verfügung steht wird sie alle Aquarien-Mitbewohner jagen, die sie zu fassen bekommt; angefangen mit den Schnecken, bis zu den unachtsameren Fischen. In der Regel ist sie aber mit allem an Fertigfutter zufrieden, was ihr angeboten wird. Bei mir Cichlidenpellets und Wafermix. Gesättigt birgt sie dann auch keine so große Gefahr mehr für ihre Mitbewohner.
Vergesellschaftung und Verhalten:
Man kann die Glasgarnele durchaus vergesellschaften. Auch wenn sie aktiv auf Jagd gehen kann, stellt sie für flinke Fische weniger Gefahr da, auch Zwerggarnelen können sich ihren Attacken in der Regel entziehen. Ich würde allerdings keinen Besatz wählen, bei dem ich um Verluste trauern müsste. Natürlich sollte auch die Glasgarnele nicht ins Maul der Beifische passen. Ansonsten sind die Garnelen den ganzen Tag damit beschäftigt, durch das Aquarium zu stöbern, auf der Suche nach essbarem oder einem Partner, gerne aber legen sie auch mal längere Pausen ein, in denen sie einfach nur auf einem Blatt oder einer Wurzel sitzen und die Scheren hängen lassen. Verstecke wie Höhlen oder Unterstände werden eigentlich weniger aufgesucht, sollten aber zur Verfügung gestellt werden wenn die Garnele sie nach einer Häutung braucht.
Vermehrung:
Die Vermehrung erfolgt über mehre Larvenstadien, jedoch im Süßwasser. Hierzu ist zu beachten, das die Glasgarnele aus zu meist stehenden oder sehr langsam fließenden (<0,7m/Sek.) Gewässern kommt, das Zuchtbecken sollte idealerweise keine Strömung aufweisen, gut eingefahren sein, ca. 28°C haben und Dauerbeleuchtet werden. Durch die Beleuchtung können sich Schwebealgen bilden, die anfangs die Nahrung der Larven bilden, außerdem streben die Larven nach dem Licht, und bleiben so mittig an der Oberfläche. Die Elterntiere sollten nach dem Schlupf vorsichtig entfernt werden, da sie den kleinen nachstellen können. Ich füttere anfangs mit Artemia-Aufzuchtfutter, später wenn die Larven etwas größer sind mit Staubfutter oder zerriebenem Flockenfutter. Spätestens nach 4 Wochen gehen die kleinen Garnelen dann zum Leben auf dem Boden über und können wie die Eltern ernährt werden.
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Fazit:
Die Macrobrachium lanchesteri ist eine sehr interessante Garnele die ein Aktives und schön zu beobachtendes Verhalten an den Tag legt, auch wenn sie nicht die Geselligste ist. In einem größeren Becken kann sie sehr gut als Gesundheitspolizei eingesetzt werden denn auch wenn mal eine riesige Apfelschnecke in einer Ecke verstirbt wird sie nicht so lang da liegen das etwas anfängt zu gammeln.
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