Hi!
Vor ca. 2,5 Jahren habe ich mir in Nürnberg meine ersten Krebse abgeholt, drei junge Kubakrebse. Noch völlig unerfahren mit Krebsen setzte ich einen in mein 80er Gesellschaftsbecken und zweie in mein 30er AquaArt.
Der Krebs im Gesellschaftsbecken war von Anfang an total scheu und versteckte sich ständig. Nach einigen Tagen kam er nicht mal mehr zum Futtern raus. Offenbar war die Angst vor den "großen bösen" Fischen größer als der Hunger.
Notgedrungen setzte ich ihn dann zu seinen beiden Kameraden ins AquaArt und einige Wochen später wurde ich zum ersten Mal mit Krebsbabys überrascht
Bald platzte das Becken aus allen Nähten, der Verkauf der Krebse gestaltete sich aber leider nicht so einfach. Noch heute sind Krebse in der Aquaristik ein Nieschenprodukt, wenngleich sich da schon sehr viel getan hat. Obwohl das Becken gut überfüllt war wollten die Krebse mit der Vermehrung nicht aufhören. Ein 60er Becken musste her, in dem dann ca. 10 der restlichen, noch nicht abgegeben Krebse nach der Einlaufzeit einzogen.
Mit der Vermehrung war es dann schlagartig vorbei. Eier waren zwar immer wieder da, diese wurden jedoch immer wieder abgeworfen. Traurig war ich darüber nicht, somit versiegte wenigstens der Nachschub und ich konnte die Krebse nach und nach auf eine vernünftige Zahl reduzieren.
Eines Tages muss einer der Krebse wohl etwas im Kies gegraben haben, jedenfalls stürzte eine Wurzel durch die Bauarbeiten um und begrub den armen Krebs lebendig unter sich. Ich konnte den Verschütteten nicht sehen unter dem Kies und der Wurzel und so lagen eines Tages 4 tote Krebse im Becken und das Wasser stank fürchterlich
Nach und nach reduzierte sich auf natürliche Weise der Bestand, bis zuletzt noch 4 Krebse übrig waren. Ein stattliches Männchen sowie drei Weiber. Das war ein guter Besatz, damit war ich zufrieden.
Den Krebsen gings gut, dafür setze das Pech beim Becken ein. Blaualgen-Pest, danach alles von einer rotbraunen Algenschicht überzogen und dann der erste Filterausfall, dem ein Weibchen zum Opfer viel.
Wie gerne hätte ich das Becken komplett ausgeräumt und alles neu gemacht, aber wohin mit den Bewohnern während der Einlaufzeit? Also mit viel Einsatz gegen die Algen und sonstigen Probleme angekämpft.
Eines der verbliebenen Mädels hat eine Häutung leider nicht überlebt, somit waren es leider nur noch zwei Krebse. Das verbliebene Weibchen hat leider nur noch eine Schere gehabt und sich vor dem sehr dominanten Mann versteckt. Die letzten Wochen lag sie ununterbrochen in einer Tonhöhle und kam nur in der Nacht mal kurz raus.
...und gestern lag dann diese letzte Krebsdame tot im Becken
Woran es liegt weiss ich nicht. Hat der neue Filter irgendwas ins Becken geschleppt, hat ihr die zweitätige Algenblüte durch den Filterwechsel nicht gefallen, ist sie verhungert oder hat ihr Gatte sie zerlegt? Die Wasserwerte sind jedenfalls in Ordnung.
Habe gestern trotzdem mal 50% WW gemacht und mit Wasser aus dem anderen Becken aufgefüllt sowie den Filterinhalt von dort ins Becken geleert, damit ein großer Schwung Bakterien rein kommt. Über Nacht hat sich damit die Algenblüte erledigt und das Wasser ist wieder fast kristallklar, die Krebsdame wird mir das aber kaum zurück bringen...
Irgendwie wünsche ich mir, das auch der Herr Krebs seinen Frauen, Freunden, Kindern und Geschwistern bald nachfolgt, damit ich dieses Pechbecken endlich ausräumen kann. Und dann mit einer anderen Krebsart oder evtl. auch Krabben in einem Aquaterra neu anfangen kann. Andererseits hat er solche Gedanken und Wünsche als letzter seiner Art nicht verdient und ich wünsche ihm ein langes und glückliches Leben. Allerdings als Einzelgänger, andere Krebse kommen mir nicht mehr in das Becken.