Hallo allerseits !
Obwohl noch neu hier, möchte ich gleich mal ein Thema anschneiden, das hoffentlich nicht "falsch" verstanden wird: Bekanntlich begehen wir heuer das "Darwin-Jahr", weil sich der Geburtstag des Verfassers der "Entstehung der Arten" am 12. Februar 2009 zum 200. Mal jährt. Man kann nun zu seiner "Abstammungslehre" stehen wie man will (oder kann), zumal diese auch heute noch oft falsch verstanden und/oder interpretiert wird, dennoch möchte ich auf einen Punkt hinweisen, der uns vermutlich interessieren dürfte:
Als Darwin, unter dem Druck eines Briefes von Alfred Rusell Wallace, sich durchgerungen hatte, seine "Entstehung der Arten" zu Papier zu bringen und in vier Bänden zu veröffentlichen, ermunterten ihn seine Freunde, das ganze Werk in einem Band herauszubringen. Sein engster Freund, ein Botaniker, riet ihm dann aber, für die Darstellung seiner "Transmutations-Theorie" noch ein konkretes Beispiel möglichst von einer Art beizubringen, um mit einem tatsächlichen Beweis seine Theorie zu untermauern.
Wie wir heute wissen, waren es nicht etwa die "Galapagos-" oder Darwin-Finken", die ihm diesen Beweis lieferten, sondern er wurde bei winzigen Organismen aus dem Meer fündig, die er schon auf seiner Reise an Bord der "Beagle" kennengelernt und in unzähligen Präparaten nach Hause gebracht hatte: es waren die Rankenfusskrebse (Cirripeda). Diese Kleinkrebse sind unter den Arthropoden insofern einzigartig, weil sie als Larven und Nauplien frei im Wasser herumschwimmen, im adulten Zustand jedoch eine ausschliesslich sessile Lebensweise führen.
So beschäftigte sich Darwin in der Folge rund acht Jahre, von 1846 bis 1854, mit Mikroskop, Zeichenstift, Notizbüchern und Seziermesser mit dem Studium der Anatomie und dem wichtigsten Bereich dieser Kleinkrebse, der Vermehrung. Die vier von ihm in dieser Zeit verfassten vier Monographien über Sytsem und Zoogeographie dieser Tiergruppe hat übrigens, abgesehen von Verfeinerungen und Ergänzungen, die Zeiten nicht nur überdauert, diese Kleinkrebse werden heute noch als ein "evolutionsbiologischer Glücksfall" bezeichnet !
Übrigens: die artenreichste Gruppe der Cirripeda, die Thoracica, umfasst nicht nur 1100 Arten, sie tritt auch in ihrem adulten Stadium in zwei Erscheinungsformen auf: gestielt und ungestielt. Erste kennen wir unter dem Sammelbegriff "Entenmuscheln", die ungestielten Formen sind als "Seepocken" bekannt ! Durch fossile Funde lässt sich die Existenz dieser Kleinkrebse bis ins Silur zurück verfolgen, also auf ein erdgeschichtliches Alter von 430 Millionen Jahre datieren ! Vor allem die Seepocken sind Fossiliensammlern und Paläontologen als "Aufsitzer" auf fossilen Schnecken- und Muschelschalen bestens bekannt !
Schöne Grüsse
Lymantria
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lymantria« (11. Februar 2009, 11:14)