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Aqua-Terrarium.de

Mitsch

Garnelenei

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1

Montag, 21. November 2005, 14:00

Astacus Astacus - Anfängerfragen

Hallo Community,

auf der Suche nach Infos im Netz bin ich auf dieses höchst interessante Forum gestoßen.

Bis dato habe ich absolut keine Erfahrung mit Aquarien. Nur lässt mir das Thema Krebse keine Ruhe weshalb ich mir nun ein Aquarium ausschließlich für Edelkrebse zulegen möchte.

Etwas Grundwissen hab ich dank der vielen Postings hier schon sammeln können, bevor ich mich aber auch an die praktische Umsetzung wage hätte ich noch ein paar Fragen. Vielleich könnt ihr mir da weiterhelfen.

Größe des Aquariums
Für ein Paar Astacus Astacus sollte die Mindestlänge 100cm betragen. Aber wie breit bzw. wie hoch sollte es denn sein?

Wasserbeschaffenheit
Leider hab ich keinen Zugang zu Quell- oder Grundwasser. Mir bleibt also nur die Wasserleitung. Und was da rauskommt hat u. a. sagenhafte 30dHG! Von div. Zusatzstoffen mal abgesehen.
Ich nehme an dass sich die Wasserwechsel deshalb recht schwierig gestalten werden. Welche Möglichkeiten hätte ich denn da? Muss ich ein Reservebecken betreiben? Und werden mich die Kosten für Filter etc auffressen?

Wasserwechsel
Wenn das Becken ausreichend dimensioniert ist, mit welchen Wasserwechselintervallen muss ich rechnen?

Wassertemperatur
Ich bin auch am überlegen das Becken im Freien aufzustellen (frostgeschützt natürlich). Über den Winter sehe ich da weniger Probleme, aber was ist im Sommer, wenn die Außentemperatur 35ºC beträgt?

Danke euch im voraus!

2

Montag, 21. November 2005, 17:00

Hallo Mitsch,

erst einmal Willkommen im Forum. Dann zu deinen Fragen:

Zitat

Größe des Aquariums Für ein Paar Astacus Astacus sollte die Mindestlänge 100cm betragen. Aber wie breit bzw. wie hoch sollte es denn sein?


i.d.R. wird immer vom Normmaß ausgegangen. Also in dem Fall dann 100x40x40 (LxBxH) Ich wuerd dir aber eher empfehlen nen groeßeres Becken zu nehmen. Zum einen las ich heraus, dass es sowieso ne Neuanschaffung werden wird, demnach ist es sinnvoller lieber noch etwas drauf zu legen, außerdem werden die Krebse im Alter doch schon ordentlich groß.


Zitat

Wasserbeschaffenheit Leider hab ich keinen Zugang zu Quell- oder Grundwasser. Mir bleibt also nur die Wasserleitung. Und was da rauskommt hat u. a. sagenhafte 30dHG! Von div. Zusatzstoffen mal abgesehen. Ich nehme an dass sich die Wasserwechsel deshalb recht schwierig gestalten werden. Welche Möglichkeiten hätte ich denn da? Muss ich ein Reservebecken betreiben? Und werden mich die Kosten für Filter etc auffressen?


Dazu kann ich recht wenig sagen. Eigentlich duerfte es schon reichen, wenn du das Leitungswasser mit Regenwasser mischst. Dazu koennen aber andere sicherlich mehr zu sagen. nen Auffangbecken fuer Regenwasser, beispielsweise ne Regentonne, ist ne gute Loesung. Und da wir uns ja in ner relativ regnerischen Zeit befinden, duerfte man auch bis zum Fruehling einiges ansammeln koennen.


Zitat

Wassertemperatur Ich bin auch am überlegen das Becken im Freien aufzustellen (frostgeschützt natürlich). Über den Winter sehe ich da weniger Probleme, aber was ist im Sommer, wenn die Außentemperatur 35ºC beträgt?


Beim Edelkrebs ist ne Absenkung der Temperatur im Winter unbedingt noetig. Ich las mal etwas von unter 15 Grad. Bin mir aber nicht mehr sicher. Im Sommer sind Kellerplaetze wohl am besten. Die Temperatur darf net zu hoch werden. Daher sind Plaetze dauerhaft in der Wohnung oder sogar am Fenster bzw. im Garten direkt mit laengerer Sonneneinstrahlung wohl denkbar ungeeignet.

Hast du vielleicht in Betracht gezogen vorher mit etwas "einfacheren" Krebsen zu beginnen? Clarkiis und Allenis sind gut im Warmwasseraquarium zu halten und stellen auch an die Wasserwerte nicht einen so hohen Anspruch.

Mitsch

Garnelenei

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3

Montag, 21. November 2005, 19:05

Hallo Sebastian,

vielen Dank für die Antworten!

Bei der Aquariumsgröße kann ich bis zu einer Länge von 160cm gehen.

Aber das Wasser bereitet mir die meisten Sorgen: unser Regenwasser möchte ich keinem Lebenwesen unbedingt zumuten. Ich hab hierzu jedoch interessante Artikel über Osmose gelesen (werd ich mal weiterverfolgen).

Bezüglich der Besatzwahl überlege ich schon seit längerem und bin zu dem Schluss gekommen dass es der Edelkrebs ist!

Außerdem trage ich dann ja auch eine Verantwortung gegenüber dem (geplanten) Nachwuchs - und da würde ich mich freuen diese in unsere Gewässer entlassen zu können (keine Angst, die Stammtiere sollen 100%ig krebspestfrei sein).

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4

Dienstag, 22. November 2005, 12:20

Hey Mitsch,

wegen der Wasserwerte musst Du Dir keine Gedanken machen, alles was bei uns aus dem Wasserhahn kommt ist mehr als ok (und zu hart kann das Wasser gar nicht sein- eher im Gegenteil ;)).

Dein Hauptproblem wird die Temperatur sein, Du musst für eine dauerhafte Pflege + Zucht auf mindestens 10 °C im Winter abkühlen. Das ist auch in einem Keller nicht immer ohne Weiteres möglich.
Buenos dias,
Chris

... Denken hilft !

schneckli

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Dienstag, 22. November 2005, 18:11

Moin, Mitsch!

Aus der Literatur über die kommerzielle Zucht von A. astacus ist mir bekannt, daß bei einer dauerhaften Temperatur von 20°C optimales Wachstum erzielt wird. Welche Höchsttemperatur aber letal ist, konnte ich leider auch nicht herausfinden. Üblicherweise werden die Tierchen ja auch in (in den Boden eingelassenen) Teichen und Betonbecken gehalten, sodaß der Boden ständig kühlt - Deine Problematik also nich besteht.
Für die Beobachtung iss dat ja nich gerade ideal ... also: Sei kreativ fürn Sommer!

Weitere Temperaturwerte aus meiner Literatur über Edelkrebszucht in Finnland/Schweden/Litauen:
Sex gibt`s bei Mädels erst ab 7-8cm Länge und ab 5°C im Herbst (Oktober) *brrrrr*
Schlupf bei 17-20°C im Juni
8 Tage später 1. Häutung der Kleinen
wiederum 10 bis 14 Tage später hauen die Kleinen besser ab (Mama wird hungrig! :evil: )
nach weiteren 4 bis 5 Häutungen (Ende September, bei Temperaturen unter 10°C) ist Schluß mit Wachsen & Häuten.

Viel Glück!
schneckli

Mitsch

Garnelenei

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Dienstag, 22. November 2005, 19:17

Na im Großen und Ganzen sind das ja alles recht ermutigende Hinweise! :D

@Tongue of Seed
Hab nur gelesen dass der Astacus "hartes Wasser liebt".

Unser Wasserversorger gibt derzeit folgende Werte an:
PH 7,3
GH 27,8
Nitrat 32
Chlorid 21
Sulfat 77

Zitat: "Die Werte für Eisen und Mangan liegen unter der zulässigen Höchstkonzentration".

Kann mir vielleicht noch jemand sagen welche Werte ich Wie für den Astacus anpassen sollte?

schneckli

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Dienstag, 22. November 2005, 20:46

Moin, Mitsch!

Noch ein Nachtrag zur Temperatur:

Wenn Du Deine Viecher nich im Sommer ständig mit Eis füttern möchtest und das Aquarium sowieso draußen aufstellen möchtest, dann möchte ich Dir noch folgende Anregungen auf den Weg geben um Temperaturspitzen aus dem Weg zu gehen:

Stells AQ im Schatten auf! (logisch, hm?)
außerdem bodennah.

Versenke einen Außenfilter und möglichst auch einige Meter der Schlauchverbindungen einige Dezimeter im Boden. Je tiefer, desto besser werden Temperaturspitzen sommers wie winters sowie im Tagesverlauf abgepuffert. So kannst Du recht einfach und ohne regelungstechnischen Aufwand einen Temperaturverlauf erzeugen, der Salmoniden -und den von den Ansprüchen her ähnlichen Edelkrebsen- zusagt. Meine Kahnschnecklis & heimische Wasserpflanzen sind jedenfalls begeistert.

http://img.photobucket.com/albums/v423/s…/bodentempD.gif

... und noch ganz wichtig: Spar auf keinen Fall an Pumpenleistung (Umwälzug >= 2x/Stunde) und Sauerstoffeintrag!!!

schneckli

Mitsch

Garnelenei

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8

Dienstag, 22. November 2005, 21:19

Danke Schneckli!

Mit Salmoniden (Bachforellen) hab ich mich schon eingehender beschäftigt - zwar nur mit den Ansprüchen in der Natur - aber die sind ja echt anspruchsvoll.

Den Edelkrebs möchte ich aber nun bei mir zu Hause haben. Und da steh ich in meiner Wohnung vor folgendem Problem:
  1. das Aquarium steht in der Wohnung, dann wirds wegen der Wärme nix mit dem Nachwuchs
  2. das Aquarium steht draußen, dann muss ich für eine entsprechende Kühlung im Sommer sorgen
    [/list=a]

    Ich hab mich zur Außenlösung entschlossen. :]

    Ich hab da Tipps bekommen wie ein großes Becken zu verwenden (um zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden). Hier hab ich mir gedacht dass ein 160x60x60-Becken wohl ausreichen müsste.

    Hab aber auch gelesen dass der Edelkrebs im Sommer durchaus Temperaturen um die 25 Grad verträgt. Zur Not muss ich sie in ein 2. Becken drinnen umsiedeln....

    Leider bin ich mit meiner Null-Erfahrung noch nicht bis zur Technik wie Pumpe, Filter etc vorgestoßen.

    Ich bin aber für jeden Tipp äußerst dankbar!

schneckli

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Dienstag, 22. November 2005, 21:30

Moin, Mitsch!

Mein AQ steht in `ner normal geheizten Wohnung. Winters hats minimal 4°C, Sommers max. 24°C.
Sollte also auch für edle Krebse nich ganz verkehrt sein.

Bestimmt nich das Ei des Kolumbus, aber so funzt dat bei mir:

http://img.photobucket.com/albums/v423/s…i/AQ-Khlung.gif

Die"Kühlschlange" liegt nur etwa 10cm unter den Terassenplatten. Die tatsächliche Pumpenleistung beträgt bei dieser Installation 480 l/h.

UND: Löcher inne Außenwand bohrn macht Laune :]

schneckli

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Garnelenei

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Dienstag, 22. November 2005, 21:44

Die Zeichnungen sind gradios! - mein Kompliment!

Sowas ähnliches ist mir auch schon in den Sinn gekommen.

Nur meine Wohnung ist im 3. Stock. Straßenseitig sind die Räume im Inneren ins Dach integriert (ist aber keine Dachgeschosswohnung). Wenn ich da jetzt 14m Schlauch am Dach verlege sieht das nicht gerade hübsch aus und daher nicht machbar.

BTW Löcher in die Außenwand bohren: macht mit einem kräftigen Hilti-Bohrhammer määäächtig Spaß!!! - nur meine Frau hätte was dagegen :D

schneckli

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Dienstag, 22. November 2005, 22:20

Moin, Mitsch!

JaNe, im 3. Stock hast Du natürlich nix von der Wärmespeicherkapazität des Bodens :-(
Bleiben Dir im Sommer also nur technische Lösungen wie
- Durchlaufkühler (schweineteuer und heftiger Stromverbrauch)
- Schlauch durchn ollen Kühlschrank führen (auch kaum besser)
- Gebläse auf die Wasseroberfläche richten um "Verdunstungskälte" zu erzeugen (naja ... hilft immerhin etwas) oder
- Eis `reinwerfen (wer macht das zuverlässig in Deinem Sommerurlaub?)

Insofern würd ich Dir eher von A. astacus abraten ... und eher Yabbies oderso versuchen zu halten. Die vertragen -nach meiner Literatur zumindest in Australien- bis zu 36°C und sind auch ganz knuffig.

Und wg. der pics: Vorm Jahr oderso gabs hier mal `n thread zu Temperaturproblemen im Sommer ... iss leider in den ewigen Jagdgründen unserer digitalen Welt verschollen (lamentier ... lamentier...). Ich hatte die gerade zufällig wiedergefunden ... bzw. mein passwort bei photobucket :-/

schneckli

P.S.: wg. Löcher bohrn: Manchmal muß ein Mann eben tun, wat ein Mann eben tun muß... 8)

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