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Aqua-Terrarium.de

Cherax

Jungkrebs

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Montag, 4. April 2005, 10:37

Krebse für Anfänger

Hallo zusammen,

Da Wirbellose ja recht beliebt sind, was dieses Forum ja auch belegt, überlegt es sich doch auch der eine oder andere Aquarienbesitzer, es doch auch mal mit Flusskrebsen zu versuchen. [

Leider kommen dabei z.T. die abenteuerlichsten Konstellationen zustande.
Der eine hält P. allenis im Aquarien mit 54 Litern Inhalt, andere setzen Cambarus-Arten bei ganzjährig 26°C ins Gesellschaftsbecken. Wieder andere setzen P. clarkii in überbesetzte Gesellschaftsaquarien und wundern sich, warum der "böse Krebs" sich einige Fische holt.

Ich will hier einfach ein paar Grundregeln zur Haltung von Flusskrebsen in Aquarien darlegen, schließlich lesen ja auch einige Wirbellosen-neulinge und solche, die es werden wollen mit.

Der oberste Grundsatz sollte sein, dass Krebse generell am besten in Artaquarien aufgehoben sind. Einige Krebsarten buddeln sehr viel, andere schnappen sich evtl. doch mal den einen oder anderen Fisch oder machen sich über die Bepflanzung her.

Einrichtung des Beckens:
Das ideale Krebsbecken hat nur wenig bzw. robuste Bepflanzung. Zum Klettern habe ich meist mehrere Wurzel (Moorkienholz etc. das man in der Zoohandlung bekommt) in meinen Becken. Als Unterschlupf brauchen die Krebse Höhlen. Ca. 2-3 Höhlen pro Tier sind ein guter Richtwert. Ich verwende viele Tonhöhlen. Gekauft bei http://www.laichhoehlen-welshoehlen.de/Megaiglos werden von mittelgroßen Krebsen (ca. 8-12cm) sehr gerne genommen. Man kann auch Höhlen aus Kokosnüssen bauen, oder Steinaufbauten schaffen. Bei letzteren sollten diese aber einsturzsicher und geschützt durch Untergrabungen sein. Schwimmpflanzen sind ideale Schattenspender. Als Nahrungsergänzung und Verstecke sollte man immer abgefallenes Buchen- und Eichenlaub ins Becken geben.

Technik:
Erstrebenswert in Krebsbecken ist eine ideale Sauerstoffsättigung. Da die Bepflanzung hier im Mittelpunkt steht, kann man auch gerne auch Luftheber mit Schaumstoffpatrone zurückgreifen. Ob zusätzliche Strömung für die gewünschte Krebsart sinnvoll ist, liest man am besten bei www.wirbellose.de nach. Auf eine Heizung kann man in den meisten Fällen verzichten. Die Abdeckung sollte man ausbruchsicher abdichten. Am besten mit festem Filterschwamm. Offene Becken sind nicht krebsgeeignet.
Also immer gegen Ausbruch sichern.

Auswahl der Krebsart:
Ideale Zeitgenossen für Gesellschaftsaquarien stellen Cambarellus-Arten dar. Sie fressen keine Pflanzen; die meisten Fischen könnten sie nicht ernsthaft gefährden, auch wenn sie wollten. Allerdings dürfen dann keine Fische im Becken sein, die die Krebse als Nahrung sehen könnten.Hat man noch nie vorher Krebse gehalten, sollte man zunächst mit einfach zu haltenden, robusten Krebsarten die ersten Erfahrungen machen.
Von Cherax und Cambarus würde ich Anfängern zunächst abraten. Man kann hier auch geteilter Meinung sein.Sie sind zwar friedlicher gegenüber Pflanzen und Fischen und meist auch innerartlich. M.E. sind diese Gattungen eher für Fortgeschrittene geeignet,Sauerstoffsättigung spielt bei diesen Krebsen eine wichtigere Rolle als bei Procambarus und Cambarellus.

Für Aquarien bis 54l würde ich hier Cambarellus montezumae, Cambarellus shufeldtii und Procambarus cubensis empfehlen. C. patzcuarensis orange sind relativ teuer und können relativ heikle Pfleglinge darstellen.Bei Becken mit ca. 100l-Inhalt (meist 112l) empfehlen ich hier z.B. Procambarus clarkii; evtl. noch P. alleni wobei ich bei diesen Tieren ( P.clarkii & alleni) eher Becken ab 100cm Kantenlänge bevorzugen würde.

Mit o.g. Krebsen haben auch Anfänger meist viel Freude und können mit etwas Glück und Geduld auch Krebsnachwuchs ziehen; wobei junge Marmorkrebse leider nicht sehr begehrt sind, obwohl es durchaus hübsche Tiere sind
Wer dennoch zu anderen Arten tendiert, kann sich auf www.wirbellose.de, www.crusta10.de, www.aquanet.de und hier im Forum schlau machen. Wie bei Fischen gilt: Information ist alles!

Als letzten Tip würde ich noch allen das Buch "Krebse, Krabben und Garnelen im Sßüwasseraquarium" von Hans Gonella ans Herz legen.

Beste Erfahrungen konnte ich als Anfänger jedenfalls mit eher unspektakulären Arten wie Procambarus cubensis cubensis und Cambarellus montezumae verzeichnen. Mit beiden Arten konnte ich auch bald Nachwuchs aufziehen.
Gru