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Aqua-Terrarium.de

Krebsfee

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1

Donnerstag, 27. Juli 2006, 09:19

Nitrit/Nitrat

Nitrit und Nitrat sind Stickstoffverbindungen, die durch den Abbau von organischen Stoffen wie Kot, abgestorbenen Pflanzenteilen, Futterresten, etc. enstehen. Dies läuft in mehreren Stufen ab:

1. Aus organischen Abfällen
entstehen Ammoniak und
Ammonium.

Ammonium/Ammoniak wird abhängig vom ph-Wert gebildet.
Bei niedrigen pH-Werten entsteht Ammonium.
Bei hohen pH-Werten entsteht Ammoniak.

Wasserpflanzen können Ammonium als Stickstoffverbindung aufnehmen.
Ammoniak ist jedoch hochgiftig.
Ist der ph-Wert im Aq also niedrig, kann es zu keiner Ammoniakvergiftung
kommen.

2. Aus Ammonium/Ammoniak entsteht das
für die Fische giftige Nitrit.

3. Nitrit wandelt sich in Nitrat um.
Nitrat wird von Wasserpflanzen als Nährstoff aufgenommen.
Es ist erst in hoher Konzentration schädlich.
Ein Anzeichen für hohe Nitratwerte ist erhöhter Algenwuchs.

Mikroorganismen im Filter und Boden führen die einzelnen Abbaustufen durch.

Sind die Nitrit-oder Nitratwerte im Aq erhöht, deutet dies darauf hin, dass das
biologische Gleichgewicht gestöhrt ist.

Die Ursachen hierführ können: zu reichliches füttern, hohe Temperaturen und
Überbesatz sein.
Es sollte sofort ein großzügiger Wasserwechsel gemacht und die Ursache
gefunden und abgestellt werden.
Ciao Andrea

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Welsman

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2

Freitag, 28. Juli 2006, 12:36

Moin Andrea,

ein sehr schöner Bericht, den auch ein Aquaristikanfänger versteht.
Mit freundlichen Grüßen
Peter


rajabatis

Garnelenei

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3

Samstag, 1. Dezember 2007, 07:51

Hallo Andrea

gerade beim Einlaufen eines beckens wichtiger Ablauf. Danke für den Beitrag.

Bei niedrigen pH-Werten entsteht Ammonium.
Bei hohen pH-Werten entsteht Ammoniak.

Kannst du pH-Werte angeben?

Ist Neutral die Schwelle?
Nette Grüße
Manfred

shrimpi

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4

Samstag, 1. Dezember 2007, 17:16

Hallo rajabatis,

ja, 7,0 ist die Schwelle, alles unter 7,0 wird zu Ammonium und alles drüber wird zu Ammoniak.

@ Andrea:

Vielleicht kannst du noch mit deinen Worten erklären, wie Nitrit zu Nitrat abgebaut wird und wie man das Nitrat los werden kann?
Tschau Jens.

Feechen

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5

Montag, 3. Dezember 2007, 01:23

Hallo,
jetzt möcht ich der Andrea die Antwort vorweg nehmen. hab den ganzen Tag gewartet und kann jetzt nicht mehr wiederstehen.

rajabatis: "gerade beim Einlaufen eines beckens wichtiger Ablauf." Danke für den Beitrag.
Das passiert dauerhaft immer. Beim einlaufen eines Aquas ist vor allem die nitrit erzeugenden Bakterien erhöte Aufmerksamkeit angebracht. Die vermehren sich nur alle 20 Std. Das erklärt die Wartezeiten beim einlaufen.
Alle diese Vorgänge laufen ständig ab. Trübes Wasser z.B. kann auch darauf hinweisen, dass die Bakies nicht genug platz im Filter haben. Genau so wie vermehrte Blasenbildung die relativ stabil bleiben an der Oberfläche . .wie ich hier schon gelesen hab war das ne Frage. Der Hintergrund ist genau der, dass die Bakies einen Weg suchen sich zu vermehren . .und der Sauerstoff an der Oberfläche am besten ist. Dadurch das komische Phänomen der Blasenbildung an der Oberfläche.
Beheben lässt sich das ganz einfach, größerer Filter, mit genügend Sauerstoff.... Oder aber sein Besatz unter Kontrolle halten.
Wasserchemie ist finde ich sehr wichtig .. und ich würd mich freuen, wenn dieses Thema hier mehr Beachtung findet.

LG,

Susanne

Krebsfee

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6

Montag, 3. Dezember 2007, 10:39

Huhu Susanne,

grins tzja da war ich mal ne Runde beim Eishockey frieren und habe die Frage glatt übersehn.
Aber du hast es ja schon sehr gut und richtig erklärt ;)
Ciao Andrea

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Feechen

unregistriert

7

Montag, 3. Dezember 2007, 21:54

Hallo Andrea,
ja danke und Sorry konte mir das da grad nicht verkneifen :D
Grüße

Anolis05

Jungkrebs

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8

Dienstag, 4. Dezember 2007, 03:39

Hallo Andrea,
Du schreibst Nitrit ist für Fische/Wirbelose giftig.
Das ist so nicht richtig!!!!
Für Fische ist Nitrit sehr wohl giftig.Für Wirbelose d.h. Garnelen absolut nicht.
Garnelen haben einen ganz anderen Stoffwechsel (sie haben u.a. kein Hämoglobin)
Nitrit tangiert sie also ,wenn überhaupt ,nur ganz periphär. Bei Fischen sind wohl schon geringe Mengen tödlich.
Bei Kupfer hingegen ist es wohl genau umgekehrt.
LG
Heinrich

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9

Dienstag, 4. Dezember 2007, 10:20

Hallo Heinrich,

da muss ich dir vollkommen Recht geben. Ich hatte diese Ausage leichtfertig von Fischen auf Wirbellose übertragen.

Nach meinen Beobachtungen, ist auch Ammoniak ein sehr großes Problem, bei Garnelen. Gerade in Garnelenbecken mit hohem Ph Wert tritt es rasch auf, und ist meiner Meinung nach für viel "unerklärliche" Sterbefälle verantwortlich. Was meinst du dazu?
Ciao Andrea

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Anolis05

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10

Dienstag, 4. Dezember 2007, 12:04

Hallo Andrea,
sehe ich auch so.
Habe mal versucht über Zeolith zu filtern und mir dabei ein ganzes Garnelenbecken "gehimmelt".
Offensichtlich holt Zeolith auch Stoffe aus dem Wasser die die Garnelen dringend brauchen.
Jetzt habe ich in allen Becken reichlich Wasserlinsen ,die ich einmal die Woche kräftig lichte.
Seitdem sind die Werte von Ammoniak und Phosphat relativ stabil und die Garnelen vermehren sich wie verrückt.
Über die Linsen freuen sich übrigens die Goldfische im Teich. Der Rest geht als Mulch/Dünger in die Balkonkästen.
Balkonkastendünger brauche ich seitdem keinen mehr zu kaufen.

LG
Heinrich

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11

Dienstag, 4. Dezember 2007, 12:15

Hallo Heinrich,

das mit dem Zeolith habe ich leider auch schon beobachten müssen.
Ich hatte es in einem komplet filterlosen Garnelenbecken eingestreut. Zuvor lief das Becken einwandfrei, aber mir wurde dazu geraten Zeolith in den Bodengrund zu mischen................
Fazit bis auf 3 Colorbienen alle tod.
Wasserlinsen sind sehr gut, bei mir vertilgen unsere Landschildkröten den Überschuss. (wenn sie nicht gerade schlafen, wie momentan)
In anderen Becken setze ich auf Horn- und Nixkraut, dadurch lassen sich die Ammoniak- und Phosphatwerte auch gut stabilisieren.
Ciao Andrea

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Anolis05

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12

Dienstag, 4. Dezember 2007, 12:25

Hallo Andrea,
neben Horn-und Nixkraut habe ich auch reichlich Javamoos, Süßwassertang ,Wasserpest und Riccia in jedem Becken.
Vallisnerien tun es nicht so richtig.Vermutlich ist die Abschattung durch die Linsen zu groß.
LG
Heinrich

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13

Dienstag, 4. Dezember 2007, 12:46

Hallo Heinrich,

klar habe ich auch sonst noch einige andere Pflanzen in meinen Becken ;)
Aber in Bezug auf die Ammoniak- und Phosphatwerte empfinde ich schnellwachsende Pflanzen als besonders wichtig.
Sehr karg eingerichtete "Zuchtbecken" ohne genug Pflanzen sind in der Garnelenzucht meiner Meinung nach fehl am Platz. Aber vielleicht hat da ja schon jemand andere Erfahrung gemacht?
Gibt es hier Garnelenzüchter, die ohne Bodengrund und Pflanzenwuchs Erfolge haben. (kennt man ja sonst aus der Fischhochzucht)
Im Bezug auf den Bodengrund wurde mir schon oft von zu hohem Sand/Kies abgeraten, da sich dort auch für die Garnelen ungesunde Bakterien ansiedeln könnten. Was denkt ihr?
In meinen Becken habe ich meist zwischen 2 cm und 5 cm hohen Kies und bis jetzt habe ich keine Probleme.
Ciao Andrea

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Anolis05

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14

Dienstag, 4. Dezember 2007, 14:17

Hallo Andrea,
in den Becken ohne Bodengrund waren meine Garnelen regelrecht "schüchtern" oder träge.
In 2 Becken habe ich Naturkies und kleine Inseln mit feinem,weißem Sand für meine Corydora habrosus.
Den Boden in den anderen Becken habe ich je mit feinem,weißen Sand und die andere Hälfte des Bodens mit (natur)schwarzem Feinkies(Körnung1-2mm) belegt.
Wollte auch mal sehen wie die Tiere ihre Farben verändern.
Nach meiner bisherigen Erfahrung sind die Garnelen auf Bodengrund deutlich munterer d.h. sie fühlen sich sichtbar wohler.
In allen Becken habe ich PHS,TDS und Spitzschlammschnecken neben den offensichtlich nicht ausrottbaren Blasenschnecken.
Die TDS pflügen den Untergrund durch ,sodaß "schädliche" Bakterien(gemeint sind sicher anaerob lebende Bakterien) keine Chance haben sich übermäßig zu entwickeln.
Bei genauer Beobachtung fällt auf ,das in Becken mit Kies ,die Junggarnelen dort Schutz suchen und auch finden.
Die häufig vertretene Meinung: Die Tiere klemmen sich dort ein und gehen zugrunde, kann ich nicht teilen.
Gruß
Heinrich

BEASTIEPENDENT

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15

Sonntag, 9. Dezember 2007, 13:38

Morjen ;)

Zitat

Original von Anolis05
Für Fische ist Nitrit sehr wohl giftig.Für Wirbelose d.h. Garnelen absolut nicht.
Garnelen haben einen ganz anderen Stoffwechsel (sie haben u.a. kein Hämoglobin)

Das ist so auch nicht ganz richtig (das mit dem Hämaglobin schon). ;) Solange es um die herkömmlich in AQs vorkommenden Nitritmengen geht, stimmt es auch. Ab 0,3 mg/L wird es für Fische wirklich gefährlich. Für Wirbellose liegen die binnen einiger Stunden oder Tage lethalen Nitritdosen hingegen bei ca. 60 bis 80 mg/L – giftig ist es also auch für sie, aber erst in vielfach höheren Dosen. Und Werte in diesem Bereich sollten selbst bei Nitripeaks in normalen AQs nicht vorkommen. ;)

Zitat

Bei Kupfer hingegen ist es wohl genau umgekehrt.

Yep, Kupfer kann je nach Wirbellosenart schon bei 0,000x mg/L tödliche Folgen haben (je nach Art und auch Wasserhärte).
'ne sch

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »BEASTIEPENDENT« (9. Dezember 2007, 13:39)


Ygra

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16

Sonntag, 9. Dezember 2007, 14:59

Zitat

Original von Anolis05
.
Offensichtlich holt Zeolith auch Stoffe aus dem Wasser die die Garnelen dringend brauchen.


Hallo,
das wiederum bezweifle ich, denn in vielen unserer Becken ist Zeolith Bestandteil der Filterbefüllungen und es sind weder Ausfälle noch eine Einstellung der Nachwuchsproduktion vorhanden.
Aktuell leben und vermehren sich bei uns unter Zeolith-Filterung hier Blaue Tiger, normale Tiger, Crystal red, redfire, Hummeln und Invasionsgarnelen.

LG
Ygra

Anolis05

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17

Montag, 10. Dezember 2007, 11:48

Hallo Ygra,
glaube ich Dir gerne.
Vermute jetzt, daß bei mir damals die Wasserwerte relativ hoch waren (Leitwertmesser hatte ich da noch nicht)und diese sich durch die Zeolithfilterung in relativ kurzer Zeit so schnell verändert haben daß die Garnelen diese Veränderungen nicht verkraftet haben.
Vielleicht hätte es mit einer "peu a peu" Filterung keine Probleme gegeben.
Welche Filter verwendet ihr denn und wie groß ist die Durchflussmenge?

Gruß
Heinrich

Ygra

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18

Montag, 10. Dezember 2007, 13:26

Hallo Heinrich,
Durchflußmenge? hmm, gute Frage, wir betreiben in den Becken luftbetriebene Dreieck- und Viereckkunststofffilter, die dreischichtig befüllt sind. Unten mittelporige Filtermatte, dadrüber eben Zeolith und dardüber Filterwatte. funktionieren tadellos und sind erfreulich wartungsarm im Vergleich zu motorisierten Innenfiltern, die wir davor hatten.
Betrieben werden immer zwei bis drei Filter über Tetra Tec ASP-Pumpen ( Teils 50er, teils 100er)
Zum Leitwert in den verschiedenen Becken kann ich dir keine Angaben machen, den haben wir noch nie gemessen.

LG
Ygra

Anolis05

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19

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 12:21

Hallo Ygra,
nachdem ich vor einiger Zeit mal die Seite "afizucht.de" entdeckt habe,mache ich meine Wasserwechsel eigentlich nur nach Leitwert und erspare mir ne Menge Arbeit und Wasser.
Gelegentlich messe ich mit einem pH-Meter und mache die Erfahrung das der pH-Wert im Laufe des Tages ganz schön schwankt.
Härte usw. messe ich per Tröpfchentest nur noch ganz sporadisch und eigentlich eher nur um die Reagenzien aufzubrauchen weil sie eh bald verfallen.
Je nach Besatz habe ich in meinen Becken Leitwerte zwischen 200 bis sogar 800.
Erst wenn der Leitwert um ca. 15-20% steigt mache ich TWW von ca. 25-30%.
Bisher mit gutem Erfolg.
LG
Heinrich

chrisp

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20

Dienstag, 18. Dezember 2007, 14:56

Hallo Andrea,

ein schöner Beitrag, der auch die Sache recht einfach nachvollziehbar macht.

Folgender Passus ist aber missverständlich, auch wenn du es sicher richtig gemeint hast:

Zitat

Ammonium/Ammoniak wird abhängig vom ph-Wert gebildet.


Vor allem die beiden folgenden Sätze können leicht falsch aufgefasst werden.

Unter pH 7 liegt in der Tat nur Ammonium im Wasser vor. Über pH 7 wird aber nicht nur Ammoniak gebildet sondern der Anteil des Ammoniak am Ammonium ist abhängig von der Höhe des pH-Werts.
Auch bei ph 8,5 ist der Großteil Ammonium und nur ein Prozentsatz vom Ammonium wandelt sich zu Ammoniak.
Fällt der pH-Wert wieder unter 7 wird das Ammoniak wieder in Ammonium umgewandelt. Der Prozess ist beliebig oft wiederholbar.

Das bedeutet zwangsläufig, dass je höher der pH ist desto gefährlicher wird der Ammoniakgehalt.


@all:

Das Zeolith primär für den Tod von Garnelen schuld sein soll, halte ich für ausgeschlossen. Zeolith verändert keine Wasserwerte sondern filtert gewisse Stoffe aus dem Wasser u.a. Ammonium und damit Ammoniak, aber keine Salze oder deren Ionen.
Ich verwende in allen Becken große Mengen von Zeolith ohne ungeklärte Ausfälle.
Gruss
Christian